Die Stimmig-sein-Methode® – Funktional-psychointegrale Stimmtherapie

Auf einen Blick

Beginn: Freitag, 12. Oktober 2018
Ende: Sonntag, 14. Oktober 2018

Freitag, 19:00 - 21:00 Uhr, Samstag 10:00 - 13:00 und 15:00 - 17:30 Uhr, Sonntag, 10:00 - 13:00 mit Pausen 

Veranstalter: Stimmig-sein-Institut Köln
Veranstaltungsort: 50676 Köln

Referent/in: Uta Feuerstein, Uta Himmelmann
Fortbildungspunkte: 13
Teilnehmerzahl: maximal 12 Teilnehmer/innen

Kosten:
Frühbucherpreis: 210 Euro € – bis zum 8 Wochen vorher anmelden, bis zu 6 Wochen vorher bezahlen
Standardpreis: 225 Euro €

Beschreibung

Die Stimmig-sein-Methode® – eine Funktional-Psychointegrale Stimmtherapiemethode

Die Stimmig sein- Methode® ist eine funktional-psychointegrale Stimmmethode, welche in der Stimmtherapie, aber auch in Stimmtraining, Gesangsunterricht und der psychologischen Beratung (mit der Stimme als Zugang zu den eigenen Gefühlen) Einsatz findet.

Funktionale Vorläufermethoden

Sie ist eine Weiterentwicklung der Funktionalen Methode nach Gisela Rohmert® (Lichtenberger Modell) und des Funktionalen Stimmtrainings im psychologischen Bereich.
Der Begriff „Funktional“ steht sowohl in der Stimmig-sein-Methode als auch in den funktionalen Vorläufermethoden für eine Pädagogik, welche zum Ziel hat, die Stimme ein Leben lang ihren Möglichkeiten entsprechend optimal zu nutzen und leistungsfähig zu erhalten. Diese Funktionalen Methoden wurden zunächst für den (Leistungs-) Gesang entwickelt, werden aber auch im Bereich der Stimmtherapie erfolgreich eingesetzt. Die Referentin Uta Feuerstein setzt als Inhaberin einer auf Stimmtherapie spezialisierten Praxis diese Methode sowohl bei funktionellen als auch bei organischen und psychogenen Stimmstörungen erfolgreich ein. Siehe dazu ihr Buch „Stimmig sein. Die Selbstregulation der Stimme in Gesang und Stimmtherapie.“ Junfermann 2000 und weitere Publikationen (siehe unten).

Warum sprechen wir von einer funktionalen „Selbstorganisation“ der Stimme?

Bei den meisten Menschen funktioniert die Stimme problemlos – und das trotz circa einhundert an der Stimmgebung beteiligter Muskeln und vieler anderer Einflussfaktoren. Man muss nicht über sie nachdenken. Sie hat sich ohne bewusstes Erlernen von Atemtechniken etc. einfach im Kindesalter durch Nachahmen gehörter Stimmeindrücke entwickelt. Die Stimmfunktion ist im Bereich der Kehlkopfmuskulatur der bewussten Fühlwahrnehmung nicht zugänglich. Auch die Muttersprache, einen bestimmten Dialekt oder die Fähigkeit zu singen, haben wir in der Kindheit nicht über langjährige bewusste Muskeltrainings erlernt, sondern über das Gehör. Das Gehör ist also ein entscheidender Faktor für eine gute Stimmentwicklung, was man ja schon am Gegenbeispiel missglückter Stimmentwicklung bei hörgeschädigten Kindern bestätigt sieht.
Wenn es jedoch zu Stimmproblemen kommt, ist es verwunderlich, dass die meisten Menschen beginnen, ihre Stimme über manipulative Tricks im Bereich der Muskulatur wiederherstellen zu wollen. Auch in konventionellen Stimmtherapiemethoden werden häufig diese zunächst naheliegend wirkenden Techniken herangezogen. Man atmet zum Beispiel forciert aus (Atemwurf etc.), artikuliert stärker (Korkenübung usw.) usw., singt in Gähnstellung usw., was alles bei einer natürlichen Stimmentwicklung nicht vorkommt. Gerade im Bereich von Atemforcierungsübungen schult man damit häufig genau jene Muskeln, die zu einer „hyperfunktionellen Dysphonie“ beitragen.

Warum ist die Hörarbeit so wichtig für die Stimmtherapie?

Um eine gute Stimme zu erzeugen braucht es aber keine erhöhte Muskelanspannung, wie z.B. eine forcierte Ausatmung… sondern zunächst einmal die Fähigkeit, wieder neu hinzuhören.
Nur über eine gute Hörarbeit können wir die Stimme dazu anregen, feinste Änderungen im Stimmklang vorzunehmen, z. B. den Stimmlippenschluss in kleinsten Nuancen verbessern, die Randkantenverschiebung zu erhöhen, mehr Sonorität in den Klang zu legen oder bestimmte Obertöne im Stimmspektrum zu präferieren…

Wie hört sich eine Funktionale Stimme an?

Doch wohin soll die Reise gehen, wenn wir von der „Funktionalen Stimme“ sprechen? Eine funktionale Stimme zeichnet sich bei gehaltenen Tönen durch ein deutlich hörbares Vibrato und durch einen hohen Obertongehalt aus. Eine leistungsfähige Stimme entwickelt sogenannte Gesangsformaten (auch als Sängerformanten bezeichnet), also Obertongruppen bei 3000, 5000 und 8000 Hz., die sich in der Lautstärke deutlich lauter aus dem Klangspektrum herausheben und im Klang als „Brillanz“ wahrgenommen werden. Beide Klangparameter (Vibrato und Gsangsformanten) sind nur bei einem optimalen Stimmlippenschluss im Eutonus möglich und zeigen somit auf akustischer Ebene an, dass die Stimme sich funktional (optimal) organisiert hat.

Wie regt das Hören auf einen funktionalen Klang eine Funktionale Stimme an?

Beide Klangparameter wirken über neurologische Wege stimulierend auf das sogenannte Gamma-Nerven-System, welches für einen Eutonus im Körper sorgen kann und damit wiederum zu einer guten Koordination aller an der Phonation beteiligten Muskeln beitragen kann. Daher werden diese beiden Klangparameter Vibrato und Brillanz auch als „Ordner“ der Stimme im systemischen Selbstorganisationsprozess bezeichnet (der Begriff „Ordner“ stammt dabei von der Systemwissenschaft von Hermann Haken).
Um eine Stimme zu ihrer optimalen Stimmfunktion zu verhelfen, lohnt es sich also, auch in der Stimmtherapie eine Hörschulung in Richtung der Gesangsformanten und eines funktionalen Vibratos vorzunehmen und somit die bisherige Hörwarhnehmung alltäglicher Stimmvorbilder durch eine Hörwahrnehmung funktionaler Stimmen zu ersetzen.

Und was ist mit der Körperarbeit?

Um eine funktionale Stimmgebung zu erreichen, ist vielfach aber neben der Hörarbeit auch Körperarbeit notwendig. In der Regel dient diese aber vor allem dem Zweck, unerwünschte Kompensationen wie zum Beispiel eine forcierte Ausatmung wieder abzubauen. Es gibt aber auch Körperübungen, welche wünschenswerte Körpermuster anbahnen sollen, von denen klar ist, dass sie einen funktionalen Klang unterstützen – wie z.B. eine entspannte tiefe Einatmung.

Wo kommt die Psyche ins Spiel?

Viele Stimmtherapeut/innen kennen das Gefühl, dass „mehr“ hinter der Stimmstörung steckt und dass man ohne Erkennen des zugrundeliegenden psychischen Musters mit der eigentlichen Stimmtherapie nicht weiterkommt.
Doch warum wirken Stimme und Psyche zusammen?

Der funktionale Selbstorganisationsansatz über den Klang, der auf das Lichtenberger Modell zurückgeht, wurde von den Referentinnen Dipl.-Sprachheipädagogin Uta Feuerstein und der Dipl.-Psychologin Uta Himmelmann zu einem psychointegrativen Konzept zur Stimmig-sein-Methode erweitert, da sie feststellten, dass dieses rein auf körperlicher Ebene arbeitende Konzept an seine Grenzen stößt, wenn psychische Ursachen einer Gesundung der Stimme im Wege stehen.
Sie entdeckten, dass man immer dann, wenn man sich psychisch bedroht fühlt und sich entweder in einem Zustand der Ohnmacht oder in einem Zustand einer psychischen Abwehr befindet, nicht in der Lage ist, einen funktionalen Klang zu erzeugen.

Den psychischen Zustand, den man benötigt, um eine funktionale Stimme zu erreichen, bezeichnen die beiden Methodengründerinnen als „Eigenmacht“ und damit als weiteren Ordner für die Funktionale Stimmfunktion.
Uta Feuerstein und Uta Himmelmann entdeckten, dass aufgrund der Funktion des Kehlkopfes im Rahmen der körperlichen Schutzfunktion (Schluckfunktion) Stimmkonflikte auftreten können, wenn man die Mechanismen der Schutzfunktion (Larynxhochzug, Rachenenge, erhöhter Stimmlippenschluss usw.) auch bei der Phonation einsetzt. Dies ist häufig insbesondere dann der Fall, wenn man sich psychisch bedroht fühlt, da der Körper oft zwischen körperlichen Gefahrenzuständen und psychisch empfundener Gefahr nicht unterscheiden kann.
Die Zusammenhänge von Stimme und Psyche wurden von den beiden Methodengründerinnen unter anderem im Rahmen der Lehraufträge von Uta Feuerstein an der Universität zu Köln wissenschaftlich erforscht.
In der psychointegralen Arbeit der Stimmig-sein-Methode wird daher über das Hören auf die eigene Stimme ein Zugang zu den eigenen Gefühlen erlangt und auch mithilfe der Stimme ein Sensorium geschaffen, wie die Patient/in hin zu ihrer „Eigenmacht“ gehen kann, um stimmlich wie psychisch „stimmig“ zu werden. Dazu wurden verschiedene Techniken geschaffen, wie das „Klangstellen“, „Gefühle aus dem Klang hören“ oder das empathische Gespräch mit dem Ziel, die Eigenmacht der Patient/innen zu stärken.

Wo kann die Methode noch eingesetzt werden?

Die Methode findet auch Einsatz im Bereich der Redeflussstörungen, da ein weicher Stimmlippenschluss und eine gute Atemtechnik sowohl bei Stottern als auch bei Poltern hilfreich ist.

Was erwartet Sie im Seminar?

Im Einführungsseminar werden Sie nach einer theoretischen Einführung am Freitagabend ausnahmslos praktisch an der eigenen Stimme die Selbstorganisationsfähigkeit der Stimme in Gruppen- und Einzelarbeit kennenlernen. Es beinhaltet einen ersten Einstieg in wichtige Übungen vor allem im Bereich der funktionalen Arbeit und stellt ein erstes Kennenlernen im Bereich der psychointegralen Arbeit vor allem in der Selbsterfahrung dar.

Es ist allerdings nicht möglich, die psychointegrale Arbeit nach diesem Seminar selbst bei Patient/innen anzuwenden, da dazu eine längere Selbsterfahrung nötig ist und auch ein einzelnes Seminar nicht in der Lage ist, alle Techniken zu erlernen, die dafür nötig sind. Auch im funktionalen Bereich werden nicht alle Übungen erklärt, sondern das Seminar bietet stellt nur ein erstes Kennenlernen der Methode.
Ein komplettes Erlernen der Methode ist nur über die Ausbildung möglich, welche aus einer funktionalen und einer psychointegralen Jahresfortbildung besteht.

Dieses Seminar bietet aber zahlreiche Anregungen für die eigene Praxis, verbessert das Verständnis auch von psychogenen Stimmstörungen und ist zudem die Voraussetzung für Vertiefungsseminare und die Ausbildung in der Stimmig sein- Methode®.

Literaturhinweise:

– Uta Feuerstein: Stimmig sein. Die Selbstregulation der Stimme in Gesang & Stimmtherapie. Paderborn: Junfermann (2000).
– Uta Feuerstein: Die „Stimmig sein – Methode“: Funktional- psychointegrale Selbstregulation von Gesang und Sprechstimme. Forum Logopädie, 4, 16-21, 2004.
– Uta Feuerstein: Die Stimmig sein – Methode. Entwicklung und Einordnung eines funktional-psychointegralen Selbstregulationskonzepts für die Stimmtherapie. Die Sprachheilarbeit – Fachzeitschrift für Sprachbehindertenpädagogik, 3, 117-126, 2006.
– Feuerstein, U., Himmelmann, U. (2008). Stimme als Brücke von Mensch zu Mensch. Erkenntnisse zum kulturübergreifenden emotionalen Ausdrucksgehalt der Stimme in der Stimmig sein-Methode®. In: Riehmann, Ch., Dallmeier, M (Hrsg.), Sprache als Brücke von Mensch zu Mensch. Handeln – Sprechen – Schreiben, 66-78. Cottbus: Verlag Reinhard Semmler GmbH.

 

Veranstaltungsort

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Seminarort: Stimmig-sein-Institut für Gesang, Sprechstimme & Psyche
Adresse: Mauritiussteinweg 2, 50676 Köln (Deutschland)
Kontakt vor Ort:
 

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Stimmig-sein-Institut Köln

Stimmig-sein-Institut Köln

Adresse: Mauritiusseinweg 2, 50676 Köln
Ansprechpartner: Uta Feuerstein
Telefon: 0221-8016280

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